© Manfred Stegmiller

Notkarspitze

05.08.2026

Wieder mal gibt’s gerade eine Hitzewelle! Deshalb sind wir etwas in Sorge wie heiß es heute werden wird, und vor Allem, um welche Zeit die angekündigten Gewitter auftreten werden. Im Lechtal vorhergesagt ab 14:00 Uhr, in den Ammergauern ab 17:00 Uhr! Wir entscheiden uns für die günstigere Gewitterprognose und so wird aus dem geplanten Tourenziel Thaneller die näher gelegene Notkarspitze als Alternative! Wir starten an der Ettaler Mühle und kommen dort rasch in den schattigen und vermeintlich kühlen Bergwald. Teilweise schattig ist es zwar, aber der vom Anfang an sehr steile Aufstieg und viele von der Sonne bestrahlte Lichtungen bringen uns dann doch ordentlich ins Schwitzen. Über mehrere seilversicherte Kletterstellen erreichen wir dann die von der Sonne abgewandte Westseite, wo wir, wie herrlich, durch Schatten und ein frisches kühles Lüftchen etwas Abkühlung finden. Über Schrofen und einige Felsstufen erreichen wir das Gebiet der Großkaralm, stehen dort wieder voll in der Sonne, sehen jetzt aber auch schon das über uns stehende Gipfelkreuz. Nach einer ausgedehnten Trink- und Bananenpause und einer weiteren Stunde Aufstieg im Schrofengelände und durch aufgeheizte Latschenfelder stehen wir dann zwar total nassgeschwitzt, aber sehr zufrieden am Gipfel! Bei einer wohlverdienten und etwas längeren Gipfelrast genießen wir die Ruhe hier oben und die gute Rundumsicht. So schön und erholsam es hier oben auch ist, die angekündigte Gewittergefahr mahnt zum Abstieg! Bei weiterhin blauem Himmel überschreiten wir den Gipfel, steigen über die Südseite hinunter zur Weggabelung am Hasenjöchl und von dort dann in westlicher Richtung über die verfallene Gießenbachalm hinunter zur Kuhalm-Diensthütte auf 1326m. Wie wunderbar ist das! Trotz anhaltender Trockenheit und Wassermangel gibt es hier den in der Tourenliteratur beschriebenen Brunnen mit frischem Quellwasser, was für eine Wohltat nach sechs Stunden in der Sonne! Erfrischt und abgekühlt steigen wir in einer weiteren Stunde durch die romantische und wilde Kuhalmbachschlucht hinunter bis kurz vor Graswang. Nun noch eine Stunde durch den Mühlwald zum „Beine auslaufen“ zur Ettaler Mühle, wo das Gehen, Steigen und Laufen nach acht Stunden sein Ende findet! Ach ja; bei der Heimfahrt gegen 17:00 Uhr zeigt das Thermometer 31 Grad, und die Gewitter mit Starkregen kamen erst in der Nacht! 
Manfred Stegmiller