© Manfred Stegmiller

Namloser Wetterspitze

07.10.2026

Der Name unseres Tourenziels sagt es schon! Wir müssen bis nach Namlos im Lechtal, und das zieht sich hin, bis wir auf der Namloser Landstraße am Parkplatz bei der Abzweigung nach Fallerschein ankommen. Auf einem asphaltierten Weg, der mit humorvollen Schnitzereien und Skulpturen dekoriert ist, wandern wir hinauf zum Almdorf Fallerschein auf 1302m. Es ist das größte Almdorf Tirols, ist sehr idyllisch gelegen, besteht aus über vierzig zum Teil historischen Blockhütten, und ist wegen der Lawinengefahr nur noch im Sommer bewohnt. Wir durchqueren das Dorf und ziehen auf Almwiesen und über breite Wiesenrücken weiter taleinwärts. Jetzt sehen wir auch schon die zerklüftete Nordwand unseres Zieles, das aber immer noch etwa 1000Hm entfernt liegt! Wir folgen dem oberhalb des Sommerbergbaches verlaufenden Wanderweg, durchqueren ein kleines Wäldchen und erreichen einen breiten grünen Talkessel, der neben der Wetterspitze von weiteren Lechtaler Gipfeln umrahmt wird. Auf einer Bohle balancierend überqueren wir den Sommerbergbach und steigen dann über Almwiesen und durch ein Latschengelände hinauf zum aussichtsreichen, auf 2100m gelegenen Sommerbergjoch (Putzenjoch). Über einen steilen Grasrücken und einen noch steileren, grob schottrigen Steig und einige Felsstufen bringen wir die finalen 450Hm hinter uns und erreichen nach 4 Stunden den 2553m hohen Gipfel. Um uns herum nur Berge, die Sicht reicht bis in die Zillertaler Alpen zum Olperer, und ein weiterer Bergsteiger der unser Gipfelfoto schießt. Aber neben der herrlichen Aussicht gibt es hier oben auch noch den angekündigten starken und ziemlich kalten Föhnwind, der unseren Aufenthalt und die Gipfelbrotzeit leider doch stark verkürzt! Auf dem Aufstiegsweg geht es zurück zum Almdorf, wo wir uns in „Michl’s Fallerscheinstube“ für die 1360Hm mit Topfen- und Apfelstrudel sowie den dazu passenden Getränken belohnen. Es war eine schöne, aber auch anstrengende Tour, die lange Anfahrt hat sich letztendlich dann doch gelohnt! 
Manfred Stegmiller