© DAV Vierseenland
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Kanusafari Schweden

28.05.2026

Unsere diesjährige Pfingsausfahrt führte uns weit in den Norden, wo wir mit Kanus, Zelten und viel Essen bepackt durch die Seenlandschaft Schwedens gepaddelt sind. Ein echtes Abenteuer inmitten wunderschöner Natur!

Am Donnerstag Abend haben wir uns in Weßling getroffen und sind dann mit der S-Bahn nach München weitergefahren. Von München ging’s mit dem Nachtzug nach Hamburg. Wir haben die ganze Nacht im Zug verbracht. Manche unter den Gepäckablagen aber andere auch im sitz. Schlafen konnte man höchstens 1 - 3 Stunden, mehr war nicht drin. Morgens ging es weiter mit dem Zug nach Kopenhagen und von dort über die Öresundbrücke nach Göteborg. Von Göteborg ging es weiter mit einem Bummerlzug irgendwo in die Pampa von Schweden und von dort mit dem Bus weiter nach Bengtsfors. Also eigentlich echt unkompliziert. Von der Busstation mussten wir noch 15 Minuten zu Fuß gehen. Gegen 23 Uhr, nach ca. 30h Zugfahrt, waren wir endlich am ersten Schlafplatz. Richtig gegessen haben wir da nicht mehr, nur noch schnell die Zelte aufgebaut (ein paar aber auch in Hängematten oder einem Holzhaus) und komplett platt eingeschlafen. War schon ein sehr langer erster Tag.

Nach dem Frühstück ging es wieder mit dem Bus zum Kanu-Verleih. Nachdem erstmal alles in Tonnen umgepackt werden musste, konnten wir uns noch ein wenig im  kalten Wasser abkühlen. Danach ging es mit den Kanus los aufs Wasser zur ersten Insel. Unterwegs konnten wir alle schonmal an unser Paddeltechnik feilen und die Sonne genießen, es war nämlich super Wetter. An der Insel angekommen wurden wir erstmal von anderen deutschen Kanuten "willkommen geheißen" und freundlich gebeten weiterzufahren. Der Bitte konnten (und wollten) wir allerdings nicht nachkommen, da der nächste Rastplatz noch ein gutes Stück entfernt war. Wir haben uns also etwas abseits einen Platz gesucht wo wir wieder unser Lager aufschlugen. Beim Essen machen hat’s leider angefangen zu regnen, aber den Sonnenuntergang konnte man dennoch in vollen Zügen genießen.

Am Sonntag sind wir früh auf der ersten Insel aufgewacht und haben auf der sogenannten „Stonebar“, ein großer Stein mit einer Oberfläche die einem großen Tisch ähnelt, Frühstück zubereitet. Schnell sind wir danach losgekommen und hatten auf dem Wasser sehr gutes Wetter. Es war warm und die Sonne bestrahlte unsere Chaotische Gruppe mitten in der schönen Natur. Wir haben einen Stop auf einer kleinen Landzunge gemacht und dort in der Sonne gegessen. Abends sind wir am Festland auf einen schönen Lagerplatz. Dort haben wir wieder alle Zelte aufgebaut und es gab einen köstlichen Glasnudelsalat zum Abendessen. Danach waren wir alle baden und haben den Tag mit „Delfinhechten“, einer „Tradition“ aus Korsika und einem Lagerfeuer mit Blick über den See beendet.

Der vierte Tag hat uns erst mal mit starken Regen geweckt und dem erschrecke, dass viele unserer Sachen nass waren. Allerdings hielt dieser Schauer nicht lange und nach einem schnellen Frühstück konnten wir uns auch auf den Weg machen. Len und Paul hatten noch die gute Idee ein Segel für ihr Kanu zu bauen, um das Paddeln zu erleichtern. Dafür nutzten sie ein Tarp, allerdings hat die windstille aus dieser Brillianten Idee nur einen fernen Traum gemacht. Trotz dessen haben wir an diesem Tag gut Strecke gemacht. Wir sind zu Mittag in Gustavsfors an einer Schleuse angekommen, wo wir erst mal den Laden leergekauft und dann zu Mittag gegessen haben. Das Wetter war zwar noch bewölkt aber wenigstens trocken. Als wir uns auf den Weg machen wollten, traf uns die Neuheit wie ein Schreck: Die Schleuse, die wir in unsere Route eingeplant hatten, war geschlossen. Gerade als wir angefangen haben unsere Kanus an Land zu ziehen und über das Gras den Hügel hoch zu schleppen, hat der Schleusenbetreiber uns doch noch erlaubt diese zu benutzen. Nach einer kurzer Pause der Erleichterung, sind wir dann in die Schleuse gefahren und haben noch ein paar Rest-Kilometer gemacht. Auf der Restreise dieses Tages sind Anton und Jonathan in einem verlassenen Bootshaus eingeparkt, während Len und Paul 2 mal auf einem Baum aufgesetzt sind, der Unterwasser war. Beide male mussten sie sich los-wackeln.

Als wir angekommen sind haben wir erstmal ein Lagerfeuer gemacht und Marshmallows gegrillt. Zum Abendessen gab es eine mächtige Portion Mac and Cheese

Der nächste Morgen war bewölkt aber größtenteils trocken, und wir haben das Lager schnell abgebaut. Zeitnah nachdem wir losgefahren sind hat es angefangen zu regnen. Dies war auch das erste mal wo es auf dem See geregnet hat. Wir haben auf dem See ein mal Pause gemacht um Snacks und Süßes zu teilen, die wir einfach von Boot zu Boot geworfen haben. Ein paar davon sind zwar zu den Fischen gekommen aber sonst lief die Reise des Tages ohne weitere Probleme. Auf dem weg von der Insel weg sind wir an einer weiteren Schleuse passiert. Diese war ebenfalls gesperrt und diese mal war kein netter Schleuse in Sicht. Wir haben uns dann nach einer sehr einseitigen Wahl dafür entschieden 500 Meter weiter zu fahren und auf dem nächsten Platz zu verweilen, anstatt die Kanus über eine Doppel-Schleuse hochzutragen. Der Platz war ein derzeit außer Betrieb genommener Festplatz mit einem großen, überdachten Rondell mit einer Bühne. Auf der Bühne haben wir direkt unsere Isomatten und Schlafsäcke ausgebreitet und es uns gemütlich gemacht. Es wurde ein leckeres vegetarisches Chili gekocht und nach dem Essen haben wir den Abend mit einem Lagerfeuer am Strand ausklingen lassen.

Ganz entspannt und ohne Zeitdruck sind wir am Mittwochmorgen aufgewacht, nachdem wir am Vorabend die Entscheidung getroffen haben, erst mal einen Tag zur Ruhe zu nehmen und die Sonne zu nutzen um alle Klamotten zu trocknen. Mit einem späten Frühstück hat der Tag begonnen, und danach haben alle sich erst mal entspannt. Es wurde viel gebadet und Karten gespielt, wir haben auch die Kanus genutzt um ihre Grenzen zu testen und ein bisschen Spaß zu haben. Zuerst haben wir versucht ein Kanu mit 8 Menschen zu beladen. Es ist Untergegangen. Mehr oder weniger professionelle Experimente zeigten, dass die Kanus unsere Gruppe nicht aushalten. Wir haben außerdem herausgefunden, dass man das Kanu komplett mit Wasser volllaufen lassen kann und damit dann knapp unter der Wasseroberfläche durch den See paddeln kann. An diesem Tag haben wir 4 Kanus versenkt. Gegen spätem Nachmittag haben wir Kilians Hängematte zu viert beladen und noch das Chaos im Wasser beobachtet. Als Pfadfinder in Kanus an uns vorbeifuhren, empfand Len es für komisch, dass in deren Kanus gar kein Wasser drin war und der Abend endete mit Nudeln mit Tomatensoße.

Donnerstag mussten wir unseren schönen Festplatz leider wieder räumen und unsere Sachen wieder in die Kanus laden. Zum Glück konnten alle versenkten Kanus nach unseren Paddelexperimenten wieder geborgen werden. Für heute war recht schlechtes Wetter angesagt, aber das hat uns natürlich nicht aufgehalten. Leider war heute schon unser letzter Paddeltag. Den haben wir also nochmal so richtig genossen. Weit mussten wir heute aber auch gar nicht fahren, sodass wir zeitig und kurz vor dem großen Schauer die Kanus leerräumen und die Zelte aufbauen konnten. Als wir gerade alles fertig gemacht hatten ging es dann auch schon los: es fing an zu schütten. Bisher waren die Schauer eher von kürzerer Dauer, aber diesmal nicht. Es regnete und regnete. EInige habe sich daher die Schlafsäcke geschnappt uns sich ins Zelt zurückgezogen. Nur ein kleiner Kreis an unbeugsamen Kanuten hat die Regenponchos übergeworfen, Holz gehackt und es sich mitten im Regen an einem Lagerfeuer "gemütlich" gemacht. Dank der Outdoorskills von Jan hat uns das Feuer aber wunderbar warm gehalten. Irgendwann mussten wir dann aber doch noch etwas essen. Glücklicherweise hat der Regen etwas nachgelassen, so dass wir am Ende doch noch im trockenen ums Feuer sitzen konnten und selber gemachte vegetarische Kötbullar essen.  

Nach einer kühlen Regennacht haben wir in Eile die Zelte und das Gepäck zusammengepackt, um mit den Kanus abgeholt zu werden. Mit dem Abholbus wurden wir direkt zur Busstation gebracht, wo wir gemeinsam ein Restefrühstück hatten. Von dort aus fuhren wir mit einem neuen Bus und nach einmaligem Umsteigen in einen Zug weiter nach Göteborg.

In Göteborg angekommen, ging es für uns direkt zum Hotel Central. Dort hatten wir bis 18:45 Uhr Zeit zur freien Verfügung. Diese nutzten wir, um den angesammelten Gestank der letzten Tage durch eine Dusche zu entfernen. Außerdem erkundeten wir die Stadt und besuchten verschiedene Gebäude, darunter Malls und einen Mumin-Laden.

Nach unserer Freizeit ging es zu einem asiatischen All-you-can-eat-Restaurant. Dort ging es dann so richtig los. Da es All-you-can-eat war, haben manche deutlich über die Stränge geschlagen und bis zu acht volle Teller gegessen. Das führte dazu, dass mehreren Personen übel wurde. Den Abend als Gruppe beendeten wir mit Turnen, Rennen (was nach dem Essen eine schlechte Idee war) und einem Spaziergang.

Zurück im Hotel wurden wir von den Jugendleiteden mit einer Ausgangssperre belegt.

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht, die wir zu unserem Glück in echten Betten verbringen konnten, ging es für uns zum Frühstück. Das Frühstück war mit allem bestückt, was man sich am Morgen wünschen kann. Es gab Eier, Brot, Schinken, Käse, Streichkaviar, Marmelade und verschiedene Arten von Müsli. Außerdem gab es noch einen kleinen Nachtisch. Insgesamt also ein sehr füllendes Frühstück.

Nach dem Frühstück mussten wir uns dann auch gleich auf den Weg zu unserem ersten Zug machen. Die erste Fahrt von Göteborg über Kopenhagen nach Hamburg verlief reibungslos und entspannt. Mehrere Runden Schafkopf sorgten dafür, dass sich die Teilnehmenden während der Zugfahrt immer wieder austauschten.

Von dort aus ging es weiter mit dem ICE, allerdings mit einem etwas holprigem Einstieg. Nach einer (wiedermal) nicht so erholsamen Nacht kamen wir schließlich in München an. Erstaunlicherweise hatten wir auch auf dem Rückweg keine großartigen Probleme und waren somit nach etwa 28 Stunden Zugfahrt auf die Minute pünktlich am Ziel. Dort wurden wir dann bereits von Leopold und Luisa getrennt. Um nach Weßling zu kommen, mussten wir noch die S6, einen SEV und anschließend die S8 nehmen. In Weßling gab es noch eine kurze Verabschiedung, bevor es für alle nach Hause ging.

 

Texte verfasst von Jonathan, Paul, Feli