© Manfred Stegmiller

Heimgarten

Gipfelglück über dem Nebelmeer

20.10.2026

Ohlstadt liegt im Nebel, unser Ziel ist unsichtbar und feuchte acht Grad Außentemperatur. Aber aufgrund der sonnigen Wettervorhersage starten wir frohgemut am Parkplatz 2 am Ende der Wankstraße unsere Tour. Ein kurzes Stück auf einem Forstweg mit Blick auf das Kriegerdenkmal und eine kleine Kapelle, wir überqueren den „Breiter Bach“, und schon wurde uns warm! Auf einem steilen, schweißtreibenden Steig steigen wir entlang am Schwarzwassergraben hinauf zur Wankhütte und von dort weiter hoch zum Gipfelkreuz vom Buchrain. Hier oben auf 1456m stehen wir bereits in der Sonne und über dem Nebelmeer, welches das Tal vollständig bedeckt. Nahezu eben wandern wir dann auf einem Höhenrücken mit vielen, uns unbekannten Schwammerln am Wegrand hinüber zum Rauheck. Neben dem Gipfelkreuz befindet sich hier auch der sogenannte „Asam-Punkt“, ein schmiedeeisernes Fernrohr, durch das man über eine gemeinsame Sichtachse das Rauheck-Gipfelkreuz und die Kirchtürme von Ohlstadt, Weichs und Ähndl sehen kann. Uns bleibt heute dieses Phänomen verborgen, ihr wisst ja, das Nebelmeer! Am Rauheck sehen wir auch den noch weit entfernt liegenden Gipfel und die unterhalb stehende Hütte vom Heimgarten. Statt weiter bergauf geht es jetzt mit Höhenverlust hinunter in den Bergwald und dann wieder hinauf zur Weggabelung „Am Feichtl“. Hier treffen wir auf eine fröhliche Kinderschar, die auf unsere Frage warum sie nicht in der Schule sind mitteilt, dass sie aus Hamburg sind und in Schleswig-Holstein ja Schulferien sind! Immer das Ziel im Blick wandern wir weiter, es wird noch einmal steil und über die letzten Felsstufen erreichen wir nach knapp vier Stunden den von zahlreichen Schleswig-Holsteinern belagerten Gipfel. Herrlich, das Tal großflächig vom Nebel verhüllt, die Bergwelt rundum liegt frei und viele Gipfel sind zu erkennen, schon allein für diese grandiose Stimmung hat sie der doch teils mühsame Aufstieg gelohnt! Von der wärmenden Sonne verwöhnt genießen wir diese Aussicht, ein Gefühl von Zufriedenheit, und natürlich unsere Gipfelbrotzeit! Auf dem Aufstiegsweg gehen wir dann wieder zurück bis zur Weggabelung „Am Feichtl“, biegen hier nach rechts ab und steigen vorbei an der Bärenfleckhütte und entlang an der Kaltwasserlaine auf einem wildromantischen Steig zurück in das immer noch neblige Ohlstadt. 
Gestern noch unentschlossen weil nur zu zweit, heute am Ende froh und glücklich darüber, trotzdem aufgebrochen zu sein! 
Manfred Stegmiller