© Sophie Elixhauser

Gletscher und Klettersteige im Dachsteingebiet

4-Tages-Hochtour

19.07.2026

Wir starteten unsere viertägige Hochtour, die nicht nur Gletscherüberschreitungen sondern auch anspruchsvolle Klettersteige beinhalten sollte, am Parkplatz unterhalb der Bergstation. Nach einer ersten kurzen Erfrischung an der Dachstein-Südwandhütte, stiegen wir in den Hunerscharte-Klettersteig (B) ein, der uns ohne große Anstrengung nach oben zum Dachsteinplateu brachte. Von dort aus gings über die gewalzte Piste auf dem Hallstätter Gletscher an der Dachsteinbahnstation vorbei und weiter bis zur Seethalerhütte. In der ultramodernen und sympathisch geführten Hütte mit tollen Panoramafenstern verbrachten wir die Nacht. Am nächsten Morgen gings früh los, über den noch mit Schnee bedeckten Gletscher, vorbei am Großen und Niederen Dachstein, bis zur Steinerscharte (2.717 m). Wir überschritten die Scharte auf einem kurzen Klettersteig und gelangten vom Hallstätter Gletscher zum Gosaugletscher. Wieder in der Seilschaft liefen wir am Rande des Gletschers gen Norden hinab, um an den NW-Abbrüchen des Hohen Kreuzes in den Amonklettersteig einzusteigen. Hier waren Technik und Armkraft gefragt, denn es ging gleich mal relativ senkrecht nach oben. Der lange Klettersteig (C/D) forderte auch Ausdauer. Mit dem Wetter hatten wir es bislang traumhaft gut getroffen (sehr warm wars!), allerdings waren nun schon ab mittags Gewitter angesagt. Da die Kraft bei ein paar von uns nachließ und aufgrund der Gewitterwarnung beendeten wir die Kletterpartie an der Simonyscharte und stiegen nicht über das Hohe Kreuz (2.837 m) in die ursprünglich geplante Gratwanderung ein. Es ging also hinab auf den Hallstätter Gletscher, bis zum Nordenende des Gletschers und das letzte Stück über den Wanderweg zur Simonyhütte. Obwohl das Gewitter im Endeffekt dann erst am Abend kam, genossen wir noch den Spätnachmittag auf der Hüttenterrasse bei einer Brotzeit, Kaffee und Kuchen.  
Am nächsten Tag sollte es weiter zur Adamekhütte gehen. Nach einem kurzen Stück auf dem Normalweg teilte sich unsere Gruppe in zwei Parteien. Sophie und Matthias stiegen in den anspruchsvollen Wildkarklettersteig (D) ein, während Inge und Kristin lieber den Weg über den Ochsenkogel (2.527 m) nahmen und uns am Ende des Klettersteigs auf der Route zum Niederen Kreuz wieder trafen. Vom Niederen Kreuz (2.651 m) aus wanderten wir dann zusammen Richtung Adamekhütte und durchquerten den Rest des Tages eine einsame Karstlandschaft mit viel Blockverhau. Bei durchwegs heißem Wetter, das immer dampfiger wurde, brachte die letzte Stunde der Tour noch Regen- und Graupelschauer mit sich. Etwas nass und müde erreichten wir abends die Hütte am Fuße des Gosaugletschers, die wir am Vortag schon von weitem erspäht hatten. Wir wurden sehr nett empfangen und der lustige Wirt hatte die ein oder andere spannende Geschichte auf Lager. Zum dritten Mal gab es Schweinefleisch, was so manche Verdauung auf die Probe stellte. 
Am letzten Tag starteten wir wieder früh und erreichten bald den immer stärker zurückgehenden Gosaugletscher über die Moränenlandschaft. Dann querten wir den gesamten Gletscher von Norden nach Süden, die Spaltengegenden umgehend. Am Gletschernordrand wurde es steiler, bis wir schließlich oben am Grat den Hinteranstieg zum Hohen Dachstein starteten. Über den unschwierigen Westgrat-Klettersteig kraxelten wir entlang in Richtung Gipfel und erreichten schließlich den Hohen Dachstein (2.995 m). Der tolle Panoramagipfel bildete den Abschluss und Höhepunkt unserer Tour. Von dort ging es nach Süden den Normalweg (leichter Klettersteig) wieder hinab auf den Hallstätter Gletscher. Wir kehrten noch kurz auf der Seethalerhütte zu einer Brotzeit ein und liefen dann wieder über den gewalzten Gletscherweg in Richtung Bergbahn. Hier waren wir nur nicht mehr so einsam unterwegs, sondern liefen mit vielen Gletscherbahn-Touristen, die ohne Gletscherausrüstung bis zur Seethalerhütte kommen. Für den Abstieg gönnten wir uns die Talfahrt mit der Bahn, um noch zu einer angenehmen Zeit nach Hause zu kommen und die müden Beine zu erholen. Ja, das war unsere Tour, wir waren alle begeistert von der tollen und beeindruckenden Berglandschaft am Dachstein und von den schönen Tagen!  

Sophie Elixhauser