Der Winter gibt Mitte Mai noch einmal ein Gastspiel! Bei unserer Anfahrt nach Fleck sehen wir weiß überzuckerte Voralpengipfel und zudem wollen wir einen aus der Tourenliteratur bekannten felsigen Übergang vom Schönberg zum Seekarkreuz begehen. Wir sind also durchaus gespannt was uns heute erwartet! Erst mal keine Überraschung! Der Aufstieg zum Schönberg, von den Wowa auch als „Schönbatzberg“ bezeichnet, bietet uns ab ca. 1300m auch dieses Mal wieder nur seinen batzigen, schmierigen und rutschigen Pfad auf den Gipfel an. Es sei ihm verziehen, denn an seinem höchsten Punkt angekommen gönnt er uns dafür einen herrlichen und beeindruckenden Panoramablick mit Sicht bis zum Großvenediger und Großglockner! Auf den Besuch des etwa 50Hm tiefer liegenden Gipfelkreuzes verzichten wir und wagen uns an den Abstieg. Glück gehabt! Ohne uns auf der „aufgeweichten Rutschbahn“ auf unsere Allerwertesten zu setzen erreichen wir die Weggabelung „Maria Eck“, an welcher dann der durch eine Felspalte führende Übergang zum Seekarkreuz beginnt. Durchaus spannend, aber unschwierig steigen wir über eine kurze Leiter und einige Trittbügel durch die Spalte und dann über einen Wiesensattel weiter hinauf zum Gipfel vom Seekarkreuz. Wie schon die letzten vier Stunden ist es zwar weiterhin sonnig, aber es pfeift ein stürmischer und kalter Wind hier oben! Es ist derart ungemütlich, so dass wir nur noch einmal kurz den Ausblick genießen, die Gipfelfotos schießen, und uns dann auf den Abstiegsweg zur Lenggrieser Hütte begeben. Diese, bzw. der Hüttenwirt befinden sich leider noch bis zum 20. Mai im Betriebsurlaub, aber sie bietet uns trotzdem auf Bänken entlang der Hauswand den erhofften sonnigen und windstillen Platz für unsere wohlverdiente Brotzeit an. Ja, es ist wirklich so schön hier oben, dass Einige gerne bis zum Sonnenuntergang hier sitzen bleiben wollen! Aber wir hatten heute ja schon so viel Schönes erlebt und es sind nun mal nicht alle Wünsche erfüllbar! Deshalb machen wir uns nach einer ausgiebigen Pause doch durchaus zufrieden auf den Rückweg zum Parkplatz an dem wir „nach getanem Vergnügen“ nach sieben Stunden wieder ankommen.
Manfred Stegmiller